Am Dienstag, dem 29. Oktober, tauschten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6a und 6c das Klassenzimmer gegen einen außerschulischen Lernort: den Kletterwald. Fast alle Kinder waren mit dabei und freuten sich auf diesen Tag.
Wir starteten entspannt mit einem kurzen gemeinsamen Frühstück in den Klassen und machten uns dann bei bestem Wetter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Niederrad. Für viele ist dieser Stadtteil eher durch das Stadion bekannt. Mittlerweile gibt es einen tollen Kletterwald direkt nebenan.
Nach einer gemeinsamen Einführung in das Sicherungssystem und einer individuellen Kontrolle ging es für die Schülerinnen und Schüler hoch hinaus. Auf den verschiedenen Kletterparcours waren nicht nur Geschicklichkeit und Gleichgewicht gefragt, sondern vor allem auch Mut und Ausdauer.
Im Fokus des Lernens stand also die körperliche bzw. motorische Entwicklung. Es ging aber auch um Selbstkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung. Man muss eigene Grenzen erkennen, Ängste überwinden und Herausforderungen selbstständig meistern. Ebenso ging es um soziales Lernen, denn manchmal erfordert es viel Geduld, wenn jemand vor einem klettert, der etwas langsamer ist, als man selbst. Es braucht Empathie, wenn jemand mit sich hadert und Zuspruch benötigt.
Natürlich verlief nicht immer alles reibungslos. Wo viele Kinder gemeinsam unterwegs sind, kommt es auch zu zwischenmenschlichen Herausforderungen, Meinungsverschiedenheiten und kleineren Konflikten. Doch auch das gehört zum sozialen Lernen dazu: unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen, Kompromisse zu finden, Konflikte anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Gerade solche Situationen bieten wertvolle Gelegenheiten, den respektvollen Umgang miteinander zu üben und daran zu wachsen.
Während einige Kinder von Anfang an voller Selbstvertrauen loskletterten, mussten andere zunächst ihren „inneren Schweinehund“ überwinden oder erst den nötigen Mut finden. Einige hatten schon viel Klettererfahrung gesammelt, andere noch gar nicht.
Besonders schön war es zu beobachten, wie viele Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages über sich hinauswuchsen. Kinder, die anfangs noch zögerten oder sich bestimmte Hindernisse nicht zutrauten, fassten zunehmend Mut und meisterten schließlich Herausforderungen, die ihnen zuvor unmöglich erschienen. Außerdem bereitete es Freude, zu sehen, wie sie sich gegenseitig motivierten, anfeuerten und unterstützten. Nicht die Höhe oder die Schnelligkeit standen im Mittelpunkt, sondern der persönliche Erfolg und das gemeinsame Erlebnis. Besonders bei den hohen Seilbahnen fieberte man mit den anderen mit.
Auch die beiden Klassenlehrkräfte ließen es sich nicht nehmen, selbst mitzuklettern und sich den Herausforderungen in luftiger Höhe zu stellen. So konnten die Kinder ihre Lehrkräfte einmal von einer ganz anderen Seite erleben.
Solche Ausflüge zeigen, wie wertvoll gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Schulalltags sind. Fernab von Unterricht, Hausaufgaben und Klassenarbeiten entstehen Begegnungen auf einer anderen Ebene. Man kommt miteinander ins Gespräch, entdeckt neue Seiten aneinander und erlebt die Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Stärken und Ängsten. Das stärkt nicht nur das gegenseitige Vertrauen, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Klassengemeinschaft.
Am Ende des Tages konnten alle auf ein besonderes Erlebnis zurückblicken. Neben jeder Menge Spaß und Bewegung nahmen die Kinder hoffentlich auch eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause: Manchmal kann man viel mehr schaffen, als man sich selbst zunächst zutraut.
Ein rundum gelungener Ausflug, der uns in guter Erinnerung bleiben wird!
Fotos: IEL


