Am Montag, 1. Juni 2026, durften wir im Philanthropin einen besonderen und tief bewegenden Besuch erleben: Karen Roseman und David Simon, deren Familiengeschichte eng mit unserer Schule verbunden ist, stellten den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse sowie einem Q2-Kurs ihre Familienbiografien vor. Die Präsentation fand auf Englisch statt – und unsere Jugendlichen zeigten großes Interesse, stellten zahlreiche Fragen und traten in einen lebendigen Austausch mit den Gästen.
Die Eltern von Karen Roseman, Ilse Hirsch und Fritz Simon, besuchten beide das Philanthropin. Ilse Hirsch stammte aus Hanau und musste aufgrund der antisemitischen Ausgrenzung in der NS-Zeit auf die jüdische Schule wechseln. Fritz Simon wuchs in Bad Dürkheim auf, wo sein Vater als Weinhändler tätig war. Die Familie zog zu Beginn der NS-Zeit nach Frankfurt, um dem zunehmenden Antisemitismus zu entkommen. Ihre Lebenswege wurden durch die zunehmende Ausgrenzung und Verfolgung in der NS-Zeit geprägt. Beide Familien konnten in die USA fliehen, doch zahlreiche Angehörige wurden Opfer der Schoa – ein Schmerz, der bis heute nachhallt und den Karen Roseman und David Simon mit großer Offenheit und Sensibilität mit unseren Schülerinnen und Schülern teilten.
Am 31. Mai wurde in Wehrheim das Buch „Vom Taunus in die Welt – Lebenswege der Familie Hirsch“ vorgestellt, herausgegeben von Angelika Rieber. Wir haben ein Exemplar als Geschenk erhalten – ein wertvolles Dokument regionaler jüdischer Geschichte.
Unser besonderer Dank gilt Frau Angelika Rieber, Vorsitzende des Vereins Projekt Jüdisches Leben in Frankfurt und Herausgeberin des genannten Buches. Sie hat den Weg geebnet zum Besuch im Philanthropin. Ihr Engagement trägt maßgeblich dazu bei, jüdische Geschichte sichtbar zu machen und lebendige Erinnerungskultur an unserer Schule zu stärken.
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Fotos: IEL




