Wie läuft eine Vorlesung eigentlich so ab?

Ein Besuch in der Goethe-Universität

Am Mittwoch, den 22. Januar 2020, besuchte die Q-Phase eine Veranstaltung des Fritz-Bauer-Instituts über Martin Niemöller, u.a. auch um für die Zukunft schon einmal zu üben, bei einer anspruchsvollen Vorlesung mitzuschreiben.

Der Vortrag wurde von Professor Dr. Benjamin Ziemann gehalten. Er ist Historiker und Professor für Neuere Deutsche Geschichte an der University of Sheffield sowie Mitherausgeber der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“.

Martin Niemöller (1892 – 1984) gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Bekennenden Kirche und ihres Kampfes gegen die den Nationalsozialisten nahestehenden sogenannten „Deutschen Christen“, aber auch als Opfer des NS-Regimes, denn in den Jahren 1938 bis 1945 war er als „persönlicher Gefangener des Führers“ in KZ-Haft.

Ein „Leben in Opposition“ im Kampf gegen die deutsche Wiederbewaffnung und Adenauers Politik der Westbindung führte Niemöller auch nach 1945. Doch worin bestand eigentlich seine Opposition gegen das NS-Regime? Widersetzte er sich tatsächlich der Rassenpolitik und dem brutalen Antisemitismus oder war er mehr auf die Selbstbehauptung der evangelischen Kirche bedacht? Und wie ging er nach 1945 nicht nur mit der Schuld der Deutschen, sondern auch ganz konkret mit seinem eigenen Engagement für völkisch-radikalnationale Politik um?

Mit diesen Fragen und anderen beschäftigten sich der Vortrag und die anschließende Diskussion mit Prof. Dr. Ziemann. Problematisch war tatsächlich das Mitschreiben, da der Referent sehr viele – bisher unbekannte – Wörter in einem Kontext benutzte, den man innerhalb von wenigen Sekunden verstehen musste. Ein weiteres Problem für alle war das hohe Sprechtempo.

Fesselnd war vor allem die Diskussion. Zusammenfassend kann man sagen: Die Veranstaltung war sehr interessant, aber an manchen Stellen etwas schwer nachzuvollziehen, da dieser Themenbereich, v.a. in Bezug auf Niemöller, schulisch bisher noch keine große Rolle gespielt hatte.

Schwerpunkt der nächsten Monate wird in der Q-Phase das Üben im Mitschreiben sein – das wird später auch im Studium helfen.

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